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Dienstag, 23. Dezember 2014

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Jesus hängt am Kreuz. Dann wundert sich Jesus über einen unangenehmen Geruch. Es ist nicht der Gestank offener Wunden. Es ist etwas anderes. Und es wird immer stärker. Er sieht hinauf zu seinem Vater. Sein Vater erwidert den Blick, aber Jesus erkennt diese Augen nicht wieder. Sie erschüttern die unsichtbare Welt mit Feuer und verdunkeln den sichtbaren Himmel. Und Jesus fühlt sich dreckig. Er hängt zwischen Erde und Himmel beschmutzt von menschlichen Sekreten an seinem Äußeren und jetzt beschmutzt mit menschlicher Verdorbenheit in seinem Inneren.

Der Vater sagt: “Menschensohn! Warum hast du gegen mich gesündigt und meine große Herrlichkeit mit Hohn überhäuft? Du bist dir selbst genug und selbstgerecht – ganz beschäftigt mit dir selbst und aufgeblasen und voll eigennütziger Ambitionen. Du beraubst mich meiner Herrlichkeit und verehrst, was in dir ist, anstatt von dir weg auf den Einen zu sehen, der dich geschaffen hat. 

Du bist habgierig, faul, ein gefräßiger Ehrabschneider und Tratschtante. Du bist ein lügender, eingebildeter, undankbarer, gewissenloser Ehebrecher. Du praktizierst sexuelle Unzucht; du machst Pornographie und füllst deinen Kopf mit vulgären Dingen. Du tauschst meine Wahrheit gegen eine Lüge ein und verehrst das Geschaffene anstatt den Schöpfer. Und so wirst du deinen homosexuellen Leidenschaften überlassen, unanständig gekleidet und nach dem, was verboten ist, lüsternd. Mit deinem ganzen Herzen liebst du das perverse Vergnügen. 

Du hasst deinen Bruder und ermordest ihn mit den Patronen deiner Wut, Schüsse aus deinem eigenen Herzen. Du bringst Babys um, wenn es dir gerade so passt. Du unterdrückst die Armen, handelst mit Sklaven und kümmerst dich nicht um die Bedürftigen. Du verfolgst meine Leute. Du liebst Geld und Ansehen und Ehre. Du kleidest dich in einen Mantel äußerlicher Frömmigkeit, aber innerlich steckt das Skelett eines toten Mannes – du Heuchler! Du bist lauwarm und lässt dich von der Welt sehr leicht umgarnen. Du begehrst und kriegst es nicht, also tötest du. 

Du bist erfüllt mit Neid und Tobsucht und Bitterkeit und Unversöhnlichkeit. Du machst andere für deine Sünde verantwortlich und bist dir zu stolz, um es überhaupt Sünde zu nennen.Du lässt dir nie Zeit, bevor du redest. Und du hast eine messerscharfe Zunge, die mit ihrer Kritik und sündigem Richten peitscht und schneidet. Deine Worte gewähren keine Gnade. Stattdessen ist dein Mund eine Quelle von Verurteilung und Schuld und obszönem Gerede. Du bist ein falscher Prophet, der Menschen verführt. Du spottest deinen Eltern. Du hast keine Selbstbeherrschung. Du bist ein Betrüger, der zu Teilungen und Spaltungen anstiftet. Du bist ein Trinker und ein Dieb. 

Du bist ein ängstlicher Feigling. Du vertraust mir nicht. Du lästerst gegen mich. Du bist eine Ehefrau, die sich nicht unterordnet. Und du bist ein fauler, unbeteiligter Ehemann. Du reichst die Scheidung ein und vernichtest das Gleichnis meiner Liebe zur Gemeinde. Du bist ein Zuhälter und Drogendealer. Du übst Hellseherei aus und betest Dämonen an. Die Liste deiner Sünden geht noch weiter und weiter und weiter. Und ich hasse diese Dinge in dir drin. Ich bin mit Ekel erfüllt und die Empörung über deine Sünde verzehrt mich. Jetzt trinke meinen Kelch!

Und Jesus tut es. Er trinkt stundenlang. Er ext jeden Tropfen der brühend heißen Flüssigkeit von Gottes Hass auf Sünde vermischt mit seinem zur Weißglut gekochten Zorn auf diese Sünde. Das ist der Kelch des Vaters: allumfassender Hass und Wut aufgrund der Sünden jeder vergangener, jetziger und zukünftiger Generation – allumfassender Zorn auf einen nackten Mann fokussiert, der am Kreuz hängt. Der Vater kann seinen geliebten Sohn nicht mehr ansehen, den Schatz seines Herzens, das Spiegelbild seiner selbst. Er sieht weg. Jesus stützt sich nach oben und heult zum Himmel: “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?”

Rick Gamache

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