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Montag, 5. Mai 2014

Hingabe in der älteren Kirchengeschichte (Teil 1)

Hingabe in der älteren Kirchengeschichte

Wir müssen nicht glauben, dass es nur zu biblischen Zeiten dramatische Begebenheiten mit hingegebenen Heiligen gab. Der Herr hat immer einen Überrest von Männern und Frauen gehabt, die Ihm ihr Leben vollkommen ausgeliefert haben. Wir dürfen die frühen christlichen Märtyrer wie Polykarp nicht vergessen. Als der Prokonsul drohte,ihn lebendig zu verbrennen, sagte Polykarp: »Das Feuer, das Sie androhen, brennt ungefähr eine Stunde lang und verlöscht dann, aber Sie kennen nicht das Feuer des kommenden Gerichts und die ewige Pein, die den Gottlosen auferlegt wird. Aber was zögern Sie, kommen Sie, tun Sie, was Sie tun wollen.« Als die Soldaten ihn an den Pfahl nageln wollten, sagte er: »Lasst mich so, wie ich bin. Denn der, der mir hilft, das Feuer auszuhalten, wird mich auch befähigen, unbeweglich auf dem Scheiterhaufen zu bleiben, ohne die Sicherheit, die Ihr Euch von den Nägeln erhofft.« Da waren die Helden der Katakomben. Zu jener Zeit wollte der Kaiser sein Imperium vereinen, in welchem es viele verschiedene Elemente hinsichtlich Rasse,
Kultur und Sprache gab. So führte er den Kaiserkult ein. Unter Todesstrafe wurde jedem Bürger befohlen, einmal im Jahr ein wenig Weihrauch auf einen römischen Altar zu legen und zu bekennen: »Der Kaiser ist der Herr.« Sie mussten es gar nicht glauben; sie mussten es nur sagen. Aber die Gläubigen wollten das nicht tun. Ihr feststehender Ausspruch war: »Jesus ist der Herr.« Im letzten Augenblick hätten sie ihren Glauben an Christus widerrufen, den Weihrauch auf den Altar legen und sagen können: »Jesus sei verflucht.« Aber sie waren dem Erlöser treu und diese Ergebenheit kostete sie das Leben.

Die Geschichte ist befleckt mit dem Blut der Waldenser,
Herrnhuter, Hugenotten und der schottischen Covenanter.

John Wycliff (1320 – 1384), bekannt als der Morgenstern der Reformation, bestand darauf, dass das gewöhnliche Volk das Recht hätte, das Wort Gottes in einer
verständlichen Sprache zu haben. Mit diesem Ziel verfasste er die erste komplette Version der englischen Bibel. Er lehrte, dass die Bibel die einzige Autorität in Dingen des Glaubens und des praktischen Lebens sei und dass die Lehre der Wandlung eine gotteslästerliche Täuschung sei. Dies brachte ihn natürlich in Konflikt mit der katholischen Kirche. Vierundvierzig Jahre nach seinem Tod wurde sein Leichnam exhumiert, zu Asche verbrannt und in den Fluss geworfen. Falls Wycliff das
von seinem himmlischen Aussichtspunkt aus gesehen haben sollte, muss er gelacht haben, denke ich.

Johannes Huss (1374 –1415) stand unter dem Einfluss
der Lehren von Wycliff und verbreitete sie in Böhmen. Weil er die hohe Geistlichkeit furchtlos zurechtwies, wurde er jahrelang verfolgt und schließlich vom Papst exkommuniziert. Weil er das Evangelium predigte, wurde er schließlich auf dem Scheiterhaufen von einer Kirche verbrannt, die trunken ist vom Blut der Heiligen.

William Tyndale (1494– 1536) gab uns die erste gedruckte
englische Bibel. Als seine Freunde und ande97 re anfingen, im Wort Gottes zu lesen, fühlte die Kirche sich in ihrer Autorität bedroht. Kardinal Wolsey verteidigte die Kirche gegen die »schädliche Irrlehre« der Bibel. Als – vermutlich ein studierter – Geistlicher zu Tyndale gesandt wurde, um ihn zu bekehren, sagte dieser: »Wenn Gott mein Leben verschont, werde ich innerhalb weniger Jahre dafür sorgen, dass ein Knecht, der hinter dem Pflug hergeht, mehr von den Schriften versteht, als Ihr.« Die letzten 17 Jahre seines Lebens verbrachte er in Gefangenschaft, dann wurde er stranguliert und verbrannt.

Graf Zinzendorf (1700–1760), ein Führer der Herrnhuter,
stand vor einem Gemälde von Steinberg, das den Gekreuzigten darstellte. Da war zu lesen: »All dies tat ich für Dich. Was tust Du für mich?« Diese prüfende Frage brachte ihn dazu, sein Leben, seinen Besitz und seine Gaben der Sache des Herrn zu weihen. Er leitete eine Gruppe christlicher Flüchtlinge auf seinem Besitz in dem Dorf Herrnhut und dort nahm die moderne christliche Missionsbewegung ihren Anfang.

Hugh Latimer (1485– 1555), ein protestantischer Bischof,
sagte: »Wenn ich das Blut Christi mit den Augen meiner Seele sehe, so ist das wahrer Glaube.« Diese Auffassung wurde natürlich von der blinden Staatskirche als Irrlehre betrachtet. Als Latimer und Nicholas Ridley auf dem Scheiterhaufen gebunden wurden, sagte Latimer zu dem anderen Märtyrer: »Seien Sie unbekümmert, Herr Ridley. Durch die Gnade Gottes werden wir beide heute in England ein Licht anzünden, das niemals verlöschen wird.« Und so war es!
Thomas Cranmer (1459–1556) unterschrieb in einem
Moment der Schwäche einen Widerruf von seiner bi98 blischen Position. Aber er fasste wieder Mut und auf em Scheiterhaufen hielt er die schuldige Hand, die den Widerruf unterschrieben hatte, als erstes in die Flammen mit den Worten: »Verdirb diese unwürdige Hand!«

Margaret MacLachlan (1622 – 1685) und Margaret Wilson (1667– 1685) wurden dazu verurteilt in der Flut ertränkt zu werden, weil sie Christus treu waren und sich weigerten, dem Druck von Seiten des Staates nachzugeben. Die Ältere war 63, die Jüngere 18 Jahre alt. Trotz unaufhörlichen Drängens, sich ihren Feinden zu fügen, weigerten sie sich standhaft. Also wurde Margaret
MacLachlan an einen Pfosten im tiefen Wasser gebunden. Die zweite Margaret band man an einen Pfahl, der landeinwärts stand. Die Beamten dachten, wenn Miss Wilson zusah, wie die ältere Frau ertrank, würde sie widerrufen. Als die Flut schließlich das Kinn der älteren Märtyrerin erreichte, konnten die Zuschauer sie sagen hören: »Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer, wederö Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns scheiden können von der Liebe Gottes …« (Röm. 8,38-39). Bevor sie zu Ende sprechen konnte, wurde sie vom Wasser bedeckt und war dem Sadismus der Feinde Christi entronnen. Als Margaret Wilson sie sterben sah, wurde sie in ihrem Entschluss nicht wankend. Sie sagte vielmehr: »Wenn Gott einer alten Frau Kraft zum Sterben geben kann, kann er sie auch mir geben.« Und so war es. Die Flut kam heran, verschlang sie und sie ging heim, den König zu sehen, den sie mehr als ihr Leben liebte

John Brown (? –1685) war einer der schottischen Covenanter, der lieber starb, als dem Herrn Jesus und den Prinzipien des Wortes Gottes untreu zu werden. Eines Tages umzingelten Lord Claverhouse und seine Männer John, der in der Nähe seines Hauses arbeitete. Sie drängten ihn ins Haus, wo Mrs. Brown ein Baby auf dem Arm hatte. Claverhouse befahl seinen Männern zu schießen, aber diese hatten John Brown vor wenigen Minuten beten gehört und konnten dem Befehl nicht gehorchen. Claverhouse selbst erschoß den gottesfürchtigen Mann, dann wandte er sich an Mrs. Brown und fragte: »Was halten Sie jetzt von Ihrem Mann?« Johns Leichnam lag zu ihren Füßen und sie antwortete: »Ich habe immer viel von ihm gehalten, aber nie so viel wie jetzt.« Als Claverhouse sagte: »Es wäre richtig, Sie neben ihn hinzustrecken«, erwiderte sie prompt: »Ich bezweifle nicht, dass Sie in Ihrer Grausamkeit so weit gehen würden, wenn Sie es dürften, aber wie wollen Sie sich für das Werk dieses Morgens verantworten?«

Martin Luther (1483–1546) wurde durch das Lesen
des Römerbriefs errettet. Er war empört über den Verkauf von Ablässen zum Bau des Petersdoms in Rom. Als er unter Anklage stand, weigerte er sich, den Papst als höchste Instanz anzuerkennen, sondern bestätigte die alleinige Herrschaft Christi. Seine Hingabe leuchtete aus folgenden denkwürdigen Worten: »Mein Gewissen ist gebunden an Gottes Wort.« Später trat er für die drei Soli der protestantischen Reformation ein: »Sola fide (allein durch Glauben); sola gratia (allein durch Gnade); sola scriptura (allein durch die Bibel).«  Er übersetzte die Bibel ins Deutsche und  kämpfte tapfer für den Glauben.

Von Johannes Calvin (1509 – 1564) sagte ein anderer
Reformator: »Er war eifrig im Dienst für den Herrn, dem er sein Herz ganz gegeben hatte.« Obwohl er über ie Autorität von Kirche und Staat anders dachte, machte seine Lehre ihn zu einem der herausragendsten Männer der Reformationszeit, nämlich, dass Errettung durch Glauben ohne Werke, aber zu guten Werken geschieht.

Gleicherweise erinnern wir uns an John Knox (1505–1572), der ein beherzter Verteidiger des Glaubens inSchottland war. Stark beeinflusst von Calvin, war er in unermüdlicher Feind des Götzendienstes und von allen Irrlehren und unbiblischen Lehren des Papstes. Er war es, der sagte: »Gib mir Schottland oder ich sterbe. « Ein Biograf nannte ihn: »Knox, ein Mann von unbeugsamer Charakterstärke und ein geistlicher Riese, der vielleicht stärker als je ein anderer das Denken einer ganzen Nation prägte.« Die katholische Königin Mary von Schottland sagte, sie fürchte seine Gebete mehr als alle Armeen Englands. Man müsste eine umfangreiche Enzyklopädie verfassen, um von den Männern und Frauen aller Jahrhunderte zu berichten, die Christus nachfolgten, ihr Kreuz täglich auf sich nahmen und jedem Versuch, sie zur Verleugnung ihres Glaubens zu bringen, widerstanden.


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