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Freitag, 4. April 2014

Die Bibel wird unter Tränen geschrieben. Weiteres Zitat von Tozer.

Die Bibel wurde unter Tränen geschrieben, und unter Tränen gibt sie ihre kostbarsten Schätze preis. Dem frivolen Menschen hingegen hat Gott nichts zu sagen. Der Höchste sprach zu einem zitternden Mose auf dem Berg. Und dieser gleiche Mann rettete später das Volk, als er sich vor dem Herrn niederwarf mit dem Anerbieten, sich selbst aus dem Buch des Lebens um Israels willen ausstreichen zu lassen. Und Daniels lange Fasten- und Gebetszeiten brachten Gabriel vom Himmel herbei, der ihm die Geheimnisse der Zukunft offenbarte.

Johannes war der Jünger, den Jesus liebte. Und der weinte bitterlich, weil niemand für wert befunden wurde, die sieben Siegel zu brechen. Da tröstete ihn einer der Ältesten mit der Zusage, dass der Löwe aus Juda gesiegt habe. Auch die Psalmisten schrieben oft unter Tränen. Ebenso vermochten die Propheten nicht zu verbergen, wie schwer es ihnen ums Herz war. 


Nicht minder wurden dem Apostel Paulus in seiner ansonsten frohen Epistel an die Philipper die Augen feucht, als er an die vielen Feinde des Kreuzes Christi und deren Ende dachte. Und überhaupt waren jene Gottesmenschen durchweg von Kummer und Leiden gezeichnet, die in der Welt etwas bewegten. Natürlich liegt in Tränen an sich noch keine Kraft, die schon einem Esau nichts nützte. Dennoch bilden in der Gemeinde der Erstgeborenen Segensmacht und Tränen häufig eine Einheit. Es ist ein beunruhigender Gedanke: Die Schriften der schmerzerfüllten Propheten werden oft von Personen studiert, deren Interesse daran nur aus Neugierde besteht und die noch nie eine Träne um das Wohl und Wehe der Welt vergossen haben. Sie sind vielmehr nur sensationsbeflissen auf Ereignisse der Zukunft fixiert und unterschlagen dabei den vorrangigen Zweck biblischer Vorausschau - uns moralisch und geistlich auf künftige Geschehnisse vorzubereiten.

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